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Ortsmitte2004
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Ortskernsanierung:

Ortsmitte: Herz von Weissach i.T.

 Denkt man an Weissach im Tal, denkt man an die Ortsmitte. Sie ist das Herz der Ortschaft. Herz heißt: Hier passiert was, hier wird in Bahnen gelenkt, hier pulsiert das Leben, hier wird gearbeitet, eingekauft, hier ist Treffpunkt für Jung und Alt.

Doch das Herz ist angegriffen, das Herz ist krank. Es ist krank von zu viel Verkehr, vor allem Durchgangsverkehr. Auf der Forsthausbrücke kriegt man Atemnot; sie ist zur Seufzerbrücke geworden. Das Herz ist krank: Es gibt zu wenig Platz, Platz für Gärten, Platz für Grün, Platz für Treffpunkte. Das Herz ist krank. Viele beklagen eine alte Bausubstanz; viele Häuser sind marode, es ist teuer, sie auf einen modernen Stand zu bringen. Dabei lebt es sich trefflich im alten Gemäuer, denn alte Häuser haben einen guten Geist.

Die Medizin bisher waren Ortskernsanierungen. Mit Hilfe staatlicher Mittel hat die öffentliche Hand und so mancher Private marode Gemäuer in Schmuckstücke verwandelt. Diese sind heut – wie das Rathaus, das Bürgerhaus oder das Archiv – Aushängeschilder der Gemeinde. Die punktuellen Sanierungen haben aber den Trend an den Ortsrand nicht stoppen können. Etliche flohen vor dem Verkehr in das vermeintlich bessere Leben in ein ruhiges Viertel. Oft konnte für die Weggezogenen kein Ersatz gefunden werden, da gleichzeitig ein neues Baugebiet nach dem anderen ausgewiesen wurde. Die Folge, viele Häuser stehen leer.

Die Entscheidung, den Edeka – Markt vom Ortskern abzukoppeln wird dazu beitragen, den kleinen Geschäftsleuten das Leben noch schwerer zu machen. Wir befürchten auch weitere Leerstände, mit einem entsprechenden Verlust an Arbeitsplätzen.

Diesem Trend müssen wir entgegenwirken. Das Ziel muss eine lebendige Ortsmitte sein. Deshalb hat auch die Gemeinde zwei Stadtplanungsbüros beauftragt, um Vorschläge für eine innerörtliche Entwicklung zu machen. Eine Sanierung macht auch Entscheidungen über den Straßenverkehr unumgänglich. Schwächere Verkehrsteilnehmer brauchen mehr Schutz. Einen solchen würde z.B. eine Flaniermeile Welzheimer Straße bieten. Bei Tempo 20, die Fußgänger auf verbreiterten Gehwegen, der Kreuzungsbereich Welzheimer Str./Kelterweg umgebaut ergäbe sich : Vortritt für Fußgänger! Die Gemeinde braucht Absprachen mit den Gewerbetreibenden zur Steigerung der Attraktivität der Ortsmitte. Wir müssen Maßnahmen entwickeln, um wieder junge Familien in die Ortsmitte zu holen. Kinder müssen wieder mehr Flächen zum Spielen zur Verfügung haben. So sollte z.B. im Ochsen-Areal alles, was jetzt grün ist, grün bleiben und den Kindern als Spielfläche zur Verfügung gestellt werden. Interessierte Bürger könnten sich in einer Zukunftswerkstatt oder im Rahmen des Agenda-Prozesses dieser Themen annehmen. Wir dürfen unser Herz nicht aufgeben, denn ohne Herz kann man den Ort vergessen!

Bernd Hecktor  

 

 
     


 

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Stand: 22. Mai 2008